Symbolbild: Humanoide Roboter arbeiten in einer automatisierten Industriehalle
Symbolbild: KI und humanoide Roboter in Industrie und Alltag

KI verlässt den Bildschirm: Roboter-Revolution wird unterschätzt

Politik und Wirtschaft unterschätzen nach Ansicht der Bonner Wirtschafts-Akademie das Zusammenwachsen von künstlicher Intelligenz und Robotik. In einer über Presseportal verbreiteten Mitteilung warnen Harald Müller und Astrid Orthmann davor, den Blick zu stark auf Programme wie ChatGPT zu verengen.

Der eigentliche Umbruch beginne, sobald KI nicht mehr nur Texte und Bilder erzeugt, sondern in der realen Welt handelt: durch humanoide Roboter, autonome Fahrzeuge, intelligente Maschinen und vollständig automatisierte Fabriken. Diese Entwicklung beschreiben die Autoren in ihrem neuen Buch „Die 5. Revolution: KI + Roboter“.

Nach ihrer Prognose wird KI spätestens 2027 zum normalen Büroalltag gehören. Ab 2030 soll sie in größerem Umfang in Fertigungshallen einziehen. Innerhalb der kommenden 15 Jahre könnten erste Fabriken entstehen, in denen nur noch rund zehn Prozent des heutigen Personals benötigt werden. Grundlage dieser Einschätzung seien ausgewertete Studien sowie eine eigene Erhebung der Wirtschafts-Akademie mit dem Diplomatic Council und der Gewerkschaft IGBCE.

Besonders Deutschland droht nach Darstellung der Autoren den Anschluss zu verlieren. Während humanoide Roboter und autonome Fahrzeuge in China und den USA bereits erprobt werden, bleibe Europa technologisch abhängig. Selbst geplante europäische KI-Großrechenzentren würden weiterhin Chips aus den USA und Asien benötigen.

KI könne zugleich Bürokratie abbauen, dem Fachkräftemangel begegnen und die Produktivität steigern. Doch wenn Maschinen immer mehr Entscheidungen und körperliche Arbeit übernehmen, steht nicht nur die Wirtschaft vor einem Umbau. Auch Arbeitsmarkt, Sozialstaat und politische Verantwortung geraten unter Druck. Die entscheidende Frage lautet daher längst nicht mehr, ob diese Umwälzung kommt, sondern wer sie gestaltet.

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