Köln: Linksextreme bekennen sich zu Anschlag auf Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Der Staatsschutz „ermittelt“: Einer oder mehrere unbekannte Täter haben in der Nacht zu Mittwoch das Reiterdenkmal an der Hohenzollernbrücke mit roter Farbe besprüht. Sowohl der Sockel des Denkmals als auch die Unterseite des Pferdes sind großflächig in unterschiedlichen Rot- und Orangetönen verschmutzt worden. Das berichtet die Kölner Polizei.

Auf der linksextremen Plattform „Indymedia“ ist unterdessen ein Bekennerschreiben nebst Foto veröffentlicht worden:

Bildquelle: indymedia, CC2.0

In dem Text heißt es: In der Nacht von Dienstag, 23.6. auf Mittwoch, 24.6. markierten Unbekannte das Reiterdenkmal von Kaiser Wilhelm II. an der Hohenzollern-Brücke in Köln. Wilhelm II. – Völkermörder, Antisemit, Kriegsverbrecher Kaiser Wilhelm II. ist mitverantwortlich für den Genozid in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) in 1904. Er ließ 60.000 Herero und 10.000 Nama ermorden. Zu Lebzeiten äußerte und handelte er sich wiederholt antisemitisch. Kaiser Wilhelm ist Täter und Kriegsverbrecher und gehört in die Geschichtsbücher und nicht auf Podeste und Strassenschilder.Wir fordern den Abriss des Reiterdenkmals von Wilhelm II., wie auch von allen anderen Denkmälern die Kolonialisten und Rassisten darstellen oder einen kolonialistischen Hintergrund haben, sowie die Umbenennung aller Strassen die den Namen von Kolonialherren und anderen Kriegsverbrechern tragen oder ihren Taten gedenken. 

Die Kölner Polizei drückt dies etwas weniger deftig aus:

Zudem brachten der oder die Täter vor dem Denkmal und an der Brücke mehrere Transparente und Zettel mit Kritik an, die sich mit der Rolle des Kaisers und der Kolonialisierung befassen. Die Transparente und Zettel hat die Polizei sichergestellt. Mit Blick auf die andauernden Ermittlungen des polizeilichen Staatsschutzes veröffentlicht die Polizei den genauen Wortlaut nicht.

Spezialisten prüfen derzeit, um was für eine Farbe es sich handelt und wie diese möglichst schonend vom Denkmal entfernt werden kann.

Zeugen, die das Tatgeschehen beobachtet haben oder Angaben zu den Verursachern machen können, werden gebeten, sich telefonisch unter 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de beim Staatsschutz der Polizei Köln zu melden.