Österreichische Milchkühe in Marokko geschächtet

Wien  – Vor kurzem hat das Verwaltungsgericht Köln einen Transport mit 132 trächtigen Kühen nach Marokko verboten, da eine tierschutzkonforme Behandlung der Tiere am Bestimmungsort nicht gewährleistet sei. Damit orientiert sich das Gericht an der Europäischen Rechtsprechung.

Deutsche Kuh Erika auf einem Tiermarkt in Marokko Oktober2020 ©AnimalsAngels

Der von der NGO Animals Angels dokumentierte Fall der deutschen Kuh „Erika“ zeigt, dass dies leider nur allzu zutreffend ist. Schwer verletzt wurde die aus Niedersachsen stammende Kuh in den Tod gequält, der durch eine Schächtung ohne Betäubung erfolgte. Bei uns ist dies verboten, in Ländern wie Marokko gängige Praxis.

Zigtausende „ausrangierte“ Milchkühe werden jährlich von Österreich, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland aus in Länder des Nahen Ostens und nach Nordafrika transportiert. Schon der Transport über tausende Kilometer hinweg findet viel zu oft unter Bedingungen statt, die klar den EU-Gesetzen und nationalen Bestimmungen widersprechen. Sobald die Tiere die EU-Außengrenze überschritten haben, gibt es aber überhaupt keine Kontrolle mehr und die Tiere sind schutzlos ausgeliefert. Das Tierschutzvolksbegehren erhebt daher die Forderung eines Exportverbots:

Wir dürfen nicht zulassen, dass österreichische Tiere in stundenlangen Tiertransporten misshandelt werden. Und schon gar nicht dürfen wir erlauben, dass sie am Bestimmungsort regelrecht in den Tod gequält werden. Tiere sind fühlende Wesen und wir tragen eine Verantwortung für sie – von der Geburt bis zu ihrem Lebensende. Auch landwirtschaftlich genutzte Tiere haben sich ein Leben frei von Angst und Schmerzen verdient, so ist es bei uns auch im Verfassungsrang verankert. Es wird Zeit, dass Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger die Blockade aufgibt und gemeinsam mit Tierschutzminister Rudi Anschober endlich sicherstellt, dass keine Tiere mehr in Drittstaaten exportiert werden, wo die Einhaltung der Standards nicht gewährleistet ist. Und zwar nicht irgendwann, sondern sofort. Das ist eine Frage der Menschlichkeit“ so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Das Volksbegehren findet in 8 Wochen, von 18. bis 25. Januar 2021 in Österreich statt. Ein Verbot der tierquälerischen Exporte in Drittstaaten, in denen die Einhaltung von Tierschutzstandards nicht sichergestellt ist, stellt dabei eine wesentliche Forderung dar. (OTS)

9 Kommentare

  1. Ich wünsche der österreichischen Initiative für Tierschutz viel Erfolg !
    Lange Transporte, tierquälerische Haltung und Schlachtungen müssen europaweit unterbunden werden !
    Wo bleiben die österreichischen Grünen ?
    Die sind doch in der Regierung, was machen die in diesem Bereich ? Sind die hauptsächlich mit „Toleranz“ gegenüber barbarischen Bräuchen von angeblichen „Flüchtlingen“ beschäftigt ?

  2. So weit ich weiß, zieht sich das Martyrium von einpferchen, kraftfüttern, leerpumpen wesentlich länger hin. Aber ok, wenigstens haben sie am Ende einen schöneren Tod.

    (schon mal ein modernes Großschlachthaus bewundert?)

  3. Ist ja schonmal ein Anfang, aber warum ist der Import von halalfleisch immernoch erlaubt? Das ärgert mich.
    Aufklärung fand vor 300 Jahren statt, jetzt immernoch überflüssigen religiösen Vorschriftn hinterherzurennen ist ein Schritt zrück ins Mittelalter.

  4. Die Tierquälerei und und Menschen Schändung bis hin zum Mord durch Ausländer ist hier in Deutschland auch sehr willkommen. Ein AFD Mitglied wurde vergangenen Dienstag in Mannheim von einem Syrer mit dem Messer schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft sieht aber kein Grund zu Festnahme oder Inhaftierung des Täters. Also kann man jetzt auch Tatenlose Staatsanwälte abstechen? Oder habe ich an diesem Gesetz was falsch verstanden?

  5. So geht echter Patriotismus. Sind schließlich keine arabischen Kühe, die seit Jahr und Tag damit leben müssen.

    1. Also, 1. in arabischen Ländern grasen wenig Kühe, weil die Umwelt da seit Langem ruiniert wurde und in den Wüsten und Halbwüsten dort wenig Gras wächst.
      2. Haben wir Möglichkeiten, auf die Bräuche in arabischen Ländern einzuwirken ? Wenn ja welche ?
      3. Was spricht dagegen, sich erst mal um die Missstände und Tiere hier zu kümmern ?

  6. Weltoffenheit , Toleranz und Anti-Rassismus bleiben mal wieder auf der Strecke, nä….;-)

    Anstatt das Schächten als „kulturelle Bereicherung“ anzusehen, wird wieder herumgemeckert und -genörgelt.

    Dabei ist ja selbst das Schächten europäischer Bürger längst „en vogue“, und fast keiner regt sich mehr sonderlich darüber auf. nicht wahr ? Schon 11-jährige Neubürger wollen ihre Lehrer und wer weiß wen noch schächten…(früh übt sich…)

    Alle haben sich an die „neue Normalität“, geschaffen von einem faschistischen Regime, längst gewöhnt.

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