Jetzt Minsk zum Dritten? Warum sich die Russen nicht wieder über den Tisch ziehen lassen

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US-Präsident Trump denkt die Dinge meistens einfach, in Sachen Ukrainekrieg wenigstens in die richtige Richtung. Er erkennt den Grundfehler der US-Imperialisten, ihre militärische Feuerwalze namens Nato an die russische Peripherie geschickt zu haben. Dass diesem todbringendem Militärgebilde irgendwann Stopp geboten werden würde, war klar. Die Russen hatten keine andere Option als in die Ukraine einzumarschieren, wollten sie nicht künftig, statt ihrer eigenen, die 6. Flotte der US-Amerikaner im Krimhafen Sewastopol stationiert sehen, was in der Logik der Natoausbreitung lag. Trump sieht, dass die – von der Waffen-Hochfinanz und anderen Globalisten länderübergreifend einstudierte – einseitige Kriegsschuldzuweisung an Russland nicht stichhaltig ist. Aus diesem Grunde verzichtet er auf die bisherigen Maximalforderungen á la Berlin, dass sich Russland zunächst aus allen ukrainisch beanspruchten Gebieten zurückzuziehen habe und erst anschließend über Frieden gesprochen werden könne. Er fängt einfach mit der Forderung nach Waffenstillstand an. 

Trump betreibt Realpolitik anstelle feministischen Moralgedönses

Trumps realistische Sicht nützt allerdings nichts ohne das Studium der Vorgeschichte, in der Russland über zwei „Zeitschindeabkommen“ namens Minsk I und II über den Tisch gezogen worden ist, was sogar die westlichen Beteiligten unumwunden zugeben, zum Beispiel die Hauptvertreterin des geisteskranken Merkelismus. Rebus sic stantibus sind die Russen mehr als vorgewarnt, dass Berliner und Pariser Überntischzieher das gleiche verlogene Spielchen noch einmal starten könnten, wenn Trump sie ließe. Die Russen werden keinem Waffenstillstand zustimmen, der auf Worten westlicher Politiker gründet, sondern ausschließlich militärische Fakten und Optionen gelten lassen. Trump wird sich noch etwas gedulden müssen.

Erstveröffentlichung auf Opposition24

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