Die nächste Hiobsbotschaft vom Acker: Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte sind im Dezember 2025 um satte 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat eingebrochen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistisches Bundesamt hervor. Wie das Amt mitteilt, beschleunigt sich der Abwärtstrend weiter – im November lag das Minus noch bei 5,7 Prozent, im Oktober bei 1,7 Prozent.
Besonders hart trifft es die pflanzlichen Erzeugnisse. Hier ging es im Jahresvergleich um dramatische 11,5 Prozent nach unten. Allein die Speisekartoffeln verbilligten sich um unglaubliche 48 Prozent gegenüber Dezember 2024. Bereits in den Monaten zuvor hatten die Preise massiv nachgegeben. Wer noch von „Markterholung“ gesprochen hat, dürfte spätestens jetzt verstummt sein.
Auch Obst geriet kräftig unter Druck: minus 18,5 Prozent binnen Jahresfrist. Tafeläpfel sackten um 20,3 Prozent ab. Getreide verbilligte sich um 16 Prozent, Futterpflanzen um 9,2 Prozent, Raps um 9,4 Prozent. Währenddessen stiegen lediglich einzelne Gemüsepreise wie Salat (+15 Prozent) oder Gurken (+11,7 Prozent). Unterm Strich bleibt dennoch ein deutliches Minus für die Ackerbauern.
Im Stall sieht es kaum besser aus. Die Preise für Tiere und tierische Erzeugnisse lagen 6,4 Prozent unter Vorjahresniveau. Besonders bitter: Der Milchpreis brach um 17,3 Prozent ein – allein gegenüber dem Vormonat noch einmal um 6,1 Prozent. Für viele Milchbauern ist das ein Schlag ins Kontor.
Bei Schlachtschweinen ging es um 16,1 Prozent nach unten. Einziger Lichtblick: Rinder verteuerten sich um 27,1 Prozent, Geflügel um 5,3 Prozent, Eier um 13 Prozent. Doch das reicht nicht, um die Verluste in anderen Bereichen auszugleichen.
Im Jahresdurchschnitt 2025 ergibt sich ein Mini-Plus von 0,3 Prozent gegenüber 2024 – ein Wert, der angesichts der massiven Schwankungen wie ein statistischer Taschenspielertrick wirkt. Während pflanzliche Erzeugnisse im Schnitt um 9,6 Prozent günstiger wurden, stiegen tierische Produkte im Jahresschnitt um 6,5 Prozent.
Für die Betriebe bedeutet das: weiter steigender Kostendruck bei gleichzeitig sinkenden Erlösen. Wer glaubt, dass Deutschlands Bauern auf Rosen gebettet sind, sollte einen Blick auf diese Zahlen werfen.
