SPD-Chef öffnet AfD-Tür: Woidkes „Wenn, dann“-Wende erschüttert Brandenburg

Potsdam – Ein Satz, der alles verändert: Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärte am Montag vor der berühmten „blauen Wand“ seiner Staatskanzlei, man könne mit einer anderen AfD zusammenarbeiten – wenn sie sich von ihren „Extremisten und Staatsverächtern“ trenne. Damit stellt der Sozialdemokrat das Dogma der „Brandmauer“ erstmals öffentlich infrage, wie rbb24 berichtet.

Für die linke Szene ein Schockmoment: Die Linken-Vorsitzende Katharina Slanina schäumte, sprach von „Realitätsverlust“ und forderte statt Gesprächen lieber ein AfD-Verbotsverfahren. Auch die Grüne Jugend tobte, verlangte Rücknahme oder Rücktritt. Doch Woidke bekommt unerwartete Rückendeckung – nicht nur aus der eigenen Partei, sondern auch von CDU und BSW. CDU-Landeschef Jan Redmann nennt den Vorstoß „mutig“ und „demokratisch selbstverständlich“. BSW-Landeschefin Friederike Benda spricht vom Ende „unsinniger Brandmauer-Phrasen“.

Während SPD-Generalsekretär Kurt Fischer bemüht ist, das Zitat zu entschärfen, wird deutlich: Der Ton in Brandenburg kippt. Immer mehr Politiker wollen die Isolation der AfD nicht länger als Totschlagargument stehen lassen. Woidke spielt damit ein gefährliches Spiel – zwischen Machtinstinkt und politischer Zeitenwende. Ob er den Dammbruch vorbereitet oder nur testet, wie weit man gehen darf, bleibt offen. Doch eines ist klar: Die Brandmauer wackelt – und diesmal nicht nur in der CDU.

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