Nach massivem Protest von Historikern und Geschichtslehrern rudert Berlins Schulsenatorin Katharina Günther-Wünsch zurück: Der Geschichtsunterricht zur DDR bleibt auch künftig Pflicht in der gymnasialen Oberstufe. Zuvor sollte das Thema faktisch zur freiwilligen Randnotiz degradiert werden.
Der Bildungsexperte der Berliner Alternative für Deutschland-Fraktion, Tommy Tabor, findet klare Worte. Die DDR sei ein sozialistischer Unrechtsstaat gewesen – geprägt von Mangelwirtschaft, politischer Verfolgung, Zwangskollektivierung, massiven Eingriffen in die Meinungsfreiheit und der allgegenwärtigen Überwachung durch die Stasi. Diese Realität dürfe weder verharmlost noch aus den Lehrplänen verdrängt werden.
Besonders scharf kritisiert Tabor Versuche, die Geschichte der DDR politisch zu relativieren. Die aus der SED hervorgegangene Die Linke habe bis heute ein Interesse daran, sozialistische Herrschaftsverhältnisse umzudeuten. Wer junge Menschen zu Mündigkeit erziehen wolle, müsse ihnen die zerstörerischen Folgen sozialistischer Ideologien ungeschönt vor Augen führen.
Gerade in Berlin, der einst geteilten Stadt, trage der Senat eine besondere historische Verantwortung. Dass die DDR-Geschichte zeitweise ausgehöhlt werden sollte, sei ein bildungspolitischer Skandal gewesen. Umso richtiger sei es, dass Günther-Wünsch nach öffentlichem Druck eingelenkt habe.
Tabors Fazit ist eindeutig: „‚Nie wieder‘ darf auch beim Sozialismus kein leerer Slogan sein.“
