Linken-Mitglied wirft Molotowcocktails auf AfD-Nachbarn – jetzt steht er vor Gericht

Weil er in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 2025 in Leibertingen (Kreis Sigmaringen) drei Brandsätze auf Nachbarhäuser und Einsatzkräfte warf, muss sich ein damals 22-jähriger Mann nun vor dem Landgericht Hechingen verantworten – wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geht von einem linksideologischen Motiv aus und hat Anklage wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung erhoben.

Der Angeklagte, mittlerweile 23 Jahre alt und Mitglied der Linken, soll zunächst ein abgestelltes Auto in Brand gesetzt haben. Dann warf er einen Molotowcocktail gezielt gegen ein Erdgeschossfenster eines Wohnhauses – drinnen schlief eine Familie mit zwei Kindern. Den Tod der Bewohner nahm er dabei billigend in Kauf, so die Staatsanwaltschaft. Als kurz darauf Polizei und Feuerwehr eintrafen, schleuderte er einen weiteren Brandsatz in Richtung der Einsatzkräfte – in Tötungsabsicht.

Die Opfer der Anschläge: ein aktives AfD-Mitglied sowie Michael Koppatz, ein ehemaliger AfD-Kommunalpolitiker. Beide Familien gaben vor Gericht an, den Täter vor der Tat nie persönlich gekannt zu haben. Koppatz berichtete, dass es bereits im Vorfeld Drohbotschaften gegen ihn gegeben habe und ein Jahr zuvor die Reifen an seinem Auto aufgeschlitzt worden seien. Den dritten Molotow, der vermeintlich auf die Polizisten zielte, interpretierte er anders: Er sei überzeugt, dass der Täter versucht habe, seine ursprüngliche Tat zu vollenden – und nur wegen der eingetroffenen Beamten scheiterte. „Das erinnert mich an RAF-Zeiten“, sagte Koppatz vor Gericht.

Am Tatort hinterließ der Angeklagte Graffiti mit Aufschriften wie „FCK NZS“ und „AFA 161 Area“ sowie „FCK AFD“-Sticker – Symbole der Antifaschistischen Aktion. Das Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts auf linksextremistischen Hintergrund. Pikante Randnotiz: Die Mutter des Täters ist Bürgermeisterin in der Region – und schwieg gegenüber der Presse.

Über seinen Verteidiger ließ der Angeklagte am ersten Prozesstag eine Erklärung verlesen, in der er die Taten einräumte und Reue zeigte. Niemand wurde bei den Anschlägen verletzt, der Sachschaden war erheblich. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt.

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