Der erst kürzlich ins Amt eingeführte Berliner Staatssekretär für Digitalisierung, Matthias Hundt (CDU), steht wegen seiner früheren Unternehmertätigkeit in Sachsen unter Druck.
Nach Recherchen von MDR INVESTIGATIV und rbb24 Recherche hat die Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit der Insolvenz der SDC Sachsen Digital Consulting GmbH ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Hundt war Geschäftsführer der inzwischen gelöschten Firma.
Auslöser waren laut Bericht Insolvenzanträge zweier Krankenkassen beim Amtsgericht Dresden. Solche Anträge erfolgen demnach, wenn Unternehmen Sozialabgaben trotz Mahnungen über längere Zeit nicht abführen.
Hundt ließ über seinen Anwalt mitteilen, es habe „Uneinigkeit über die Berechtigung relativ geringfügiger Krankenversicherungsbeiträge“ gegeben. Inzwischen habe man sich mit den Krankenkassen geeinigt. Vorausgegangen sei der Konkurs eines Auftraggebers, der 80 Prozent des Umsatzes ausgemacht habe.
Die Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage von MDR und rbb, es gehe um den Verdacht verschiedener Insolvenzstraftaten. Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen. Die Berliner Senatskanzlei teilte mit, man habe von den Insolvenzverfahren bis zur Medienanfrage keine Kenntnis gehabt.
Für einen Digital-Staatssekretär ist das ein denkbar schlechter Start: Kaum im Amt, muss Hundt nicht über Zukunftsprojekte sprechen, sondern über alte Firmenakten, Insolvenzen und offene Fragen in seinem Lebenslauf.
Quelle: rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg via news aktuell
Anmerkung: Es gilt die Unschuldsvermutung.


