Schleuserbande schmierte SPD-Politiker mit 300.000 Euro

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Eine Bande aus dem Rheinland, die 350 überwiegend vermögende chinesische Staatsangehörige mit falschen Papieren nach Deutschland schleuste, soll einen ehemals führenden SPD-Politiker und Leiter der Stabsstelle Innovation und Wende im Landkreis Düren mit 300.000 Euro in bar geschmiert haben. Im Gegenzug, so der Düsseldorfer Staatsanwalt Julius Sterzel gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger, soll der Beschuldigte seinen Einfluss bei den Behörden des Kreises geltend gemacht haben, wenn Sachbearbeiter Aufenthaltstitel für chinesische Kunden der mutmaßlichen Schleuser-Bande versagen wollten.

2015 sollen zwei Anwälte aus Köln und Frechen die Schleuser-Organisation gegründet haben. Nach und nach erweiterte sich der Kreis der Bande. Wie Sterzel weiter bestätigte, sollen die angeworbenen Migranten aus Fernost insgesamt 9,2 Millionen Euro auf Anderkonten der Kanzleien eingezahlt haben, um ihre Aufenthaltserlaubnis zu erlangen. So sollen die mutmaßlichen Schleuser-Bosse üppige Gewinne eingestrichen haben. Den Angaben zufolge stehen auch weitere Mitarbeiter von Ausländerämtern unter Korruptionsverdacht. Auf Anfrage wollten sich weder die Verteidiger der inhaftierten Anwälte noch des Dürener SPD-Politikers äußern.

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